19 Dez 2018;
Weihnachtsgottesdienst
 

Bergwandern auf dem sagenumwobenen Untersberg

Ein wunderschönes Bergwochenende auf dem Untersberg verbrachten die zwei Mädchen Antonia und Rebecca und die vier Jungen Bastian, Jakob, Vadim und Danny aus dem Internat, mit Herrn Blohberger und Frau Fäßler vom 08.-10. Juli 2016.

Nach einer kurzen Mittagspause startete Herr Blohberger am Freitag den VW-Bus und brachte die wanderfreudigen Mitfahrer zum Wanderparkplatz „Untere Rositten“ in Glanegg. Bereits auf der Fahrt war die große Vorfreude zu spüren, insbesondere dann, als Herr Blohberger auf den immer näher rückenden Untersberg deutete oder Informationen zu weiteren sichtbaren Bergspitzen, Seen, Ortschaften gab.

Ausgerüstet mit Wanderrucksäcken voller Proviant aus unserer Institutsküche startete die Gruppe um 17.10 Uhr ihren Aufstieg. Bis dahin wusste jedoch noch kein Gruppenmitglied, dass ein 2500-treppenstufenlanger und steiler Aufstieg bevorstehen würde. Trotz der Anstrengung konnten alle immerzu den schönen Ausblick genießen. Manch ein Schüler kam aus dem Fragenstellen kaum noch heraus. Nach mehreren Trinkpausen erreichten die Wanderer dreieinhalb Stunden später die Hütte „Zeppezauerhaus“ (1664m). Doch statt sich sogleich in der Hütte über das lang ersehnte Abendessen herzumachen, genossen die Jugendlichen den schönen Blick über Salzburg bis hin zum Waginger See ausgiebig. Viele „Selfies“ später machte sich die Gruppe über die Kaspressknödelsuppe her, die von zünftigen und netten Nepalesen zubereitet und verteilt wurde. Sie schmeckte allen hervorragend. Gleich nach dem Essen betraten die Jugendlichen mit ihren Begleitern den Schlafraum. Voller Verwunderung erblickten sie das königliche Nachtlager. Die Gruppe hatte einen eigenen Schlafraum mit breiten Matratzen erhalten. Doch das Schönste an diesem Zimmer war der Blick aus dem Fenster über das beleuchtete Salzburg.

Am nächsten Morgen läutete der Wecker um 6.45 Uhr. Nach dem Waschen, Packen und Frühstücken ging es mit aufgefüllten Wasserflaschen zwei Stunden später los. Die Route führte zunächst über den Salzburger Hochthron (1853m) und dann die Mittagsscharte hinunter. Die Gruppe genoss dabei immer wieder sagenhafte Ausblicke. Sie verglich die Flora der unterschiedlichen Höhenstufen, bestaunte farbenfrohe Blumenwiesen und entdeckte verschiedene Tiere, wie Gämsen, Bergdolen, Bergmolche und die allseits bekannten „Untersbergerblauarschschafe“. Schließlich ging es zu dem teilweise in den Fels gesprengten Thomas-Eder-Steig. Durch die „Fensterl“ erhielten die Wanderer einen imposanten Blick in die Steilheit der Untersbergwände sowie wunderbare Ausblicke Richtung Berchtesgaden, Watzmann und Hochgöll. Im unteren Teil des Steiges nahm die Gruppe einen Stichweg hinauf zur Schellenberger Eishöhle. Nach einer ersten größeren Stärkung erhielten die Jugendlichen und ihre Begleiter eine Führung durch die größte erschlossene Eisschauhöhle Deutschlands. Auf 1570m gelegen, konnten alle Besucher prächtige Eisformationen bewundern. Der Höhlenführer erklärte bei einem Rundgang die Geschichte und Besonderheiten der Eishöhle und zeigte beeindruckende Einblicke in das Innere des Berges mit seinen 3000 Jahre alten, teilweise 45m dicken Eisdecken – und Wänden. Nach der Führung ging die Gruppe den Thomas-Eder-Steig zurück. Oben angelangt ruhten sich alle in einer Blumenwiese aus, wo Herr Blohberger eine Sage über Karl dem Großen und seinem Zwergenheer im Inneren des Unterberges erzählte.

Die Flora hatte sich bis dorthin sichtlich verändert. Mit ihrem saftigen Gras und den Latschen glich sie beinahe Bilbo Beutlins Zuhause. Diese wunderschöne Pflanzenwelt begleitete die Jugendlichen die Mittagsscharte hinauf und über das Hochplateau des Untersbergs Richtung Berchtesgadener Hochthron. Schon von Weitem konnte das Gipfelkreuz des Berchtesgadener Hochthrons erblickt werden. Gegen 16 Uhr erreichten die Wanderer den Gipfel, der mit seinen 1972m der höchste im Untersbergmassiv ist. Die Gruppe war vom Ausblick in alle Richtungen spürbar fasziniert.

Gefangen von den vielen Eindrücken, die der Untersberg den ganzen Tag bereit gehalten hatte, gelangten die Jugendlichen um kurz nach 17 Uhr an die Hütte „Stöhrhaus“. Bis zum Abendessen spielten die Straubinger bei Kaba und Skiwasser Kniffel. Die Enttäuschung war groß, als der Wirt erklärte, dass er keine Spagetti mit Tomatensauce habe, denn darauf hatten sich alle gefreut gehabt. Doch der Wirt triumphierte mit einer riesengroßen Gemüselasagne auf und konnte damit alle besänftigen und zufrieden stellen.

Nach dem Abendessen erkundeten ein paar Jugendliche die Hüttenumgebung, während sich andere ausruhten. Gegen 19 Uhr konnten Vadim, Denny, Rebecca und Jakob nochmals letzte Kräfte freisetzen. Sie stiegen gemeinsam mit Herrn Blohberger unterhalb der Hütte durch ein Felsloch, das so genannte „Mittagsloch“.

Zurück in der Hütte wurde fleißig „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt. Herr Blohberger, der seinen Glückswürfel bedauerlicherweise an Frau Fäßler übergab, verlor dieses nervenaufreibende Spiel. In dieser Nacht schlief die Gruppe in einem ausgelagerten Schlafraum des Nebengebäudes. So waren sie bis auf drei fremde Damen erneut unter sich.

Als am Sonntag die Wanderfreudigen um 6.45 Uhr ihren Wecker ausschalteten, blinzelte bereits die Sonne durch die kleinen Fenster des Schlafraumes. Sonnenschein war am vorigen Tag ausgeblieben, so klappte das Aufstehen an diesem Morgen mühelos. Das Frühstück wurde auf der Sonnenterrasse einverleibt, bei herrlichem Ausblick auf den Watzmann, seine Frau und seine fünf Kinder. Um 9.15 Uhr ging es mit dem Abstieg los. Frau Fäßler, Antonia und Bastian, die am vorigen Abend das Mittagsloch nicht besichtigt hatten, erhielten nun die einmalige Gelegenheit, dieses Ereignis nachzuholen. Anschließend ging es den Stöhrweg über Obergern bis zur Theresienklause hinunter. Der Tag wurde wie erwartet sehr warm, jedoch lagen die Wanderwege größtenteils im Schatten. Auf dem Weg füllten die Wanderer an der Kaltwasserquelle „Kalter Brunnen“ die Getränkeflaschen auf, da das Stöhrhaus nur gesammeltes, wenig schmackhaftes Regenwasser anbieten konnte. Die letzten Höhenmeter vor der Theresienklause, konnten die Jugendlichen die Almbachklamm bereits hören. An der Klause angekommen, wurde der restliche Proviant, bestehend aus Brot, Käse und Wurst, vertilgt. Anschließend ging die Gruppe die Almbachklamm entlang. Ein gut gesicherter Steig führte sie über Brücken, Treppen und Tunnels durch die beeindruckende Schlucht. Die Jugendlichen berichteten davon, dass sie solch klares und türkisblaues Wasser bisher selten oder gar nicht gesehen hatten. Auch von den vielen Wasserfällen, Gumpen und Kaskaden waren sie stark beeindruckt. Gerne wären sie an diesem warmen Tag in tiefe Wasserstellen gesprungen, aber sie waren auch mit knöchelhohem, erfrischendem Wasser zufrieden zu stellen. Gesund und munter kamen alle um 15.15 Uhr an der noch einzigen Marmorkugelmühle Deutschlands an. Seit 1683 werden dort grobe Marmorbrocken durch Wasserkraft zu edlen Kugeln geschliffen.Herr Blohberger überprüfte im Gasthaus zur Kugelmühle die Finanzen und konnte erfreut allen Teilnehmern des Bergwochenendes einen leckeren Apfelstrudel bestellen. Spätestens an dieser Stelle fragten die letzten Teilnehmer, ob sie im nächsten Jahr wieder mitfahren dürften. Während Herr Blohberger mit einem Taxi den 15 km entfernten Schulbus holte, ließ die restliche Gruppe die dampfenden Füße in der Almbachklamm auskühlen. Um 17.10 Uhr brach die Gruppe schließlich Richtung Straubing auf.

Einen recht herzlichen Dank sagen wir allen, die unsere wunderschöne Bergtour mit ermöglicht haben: Herrn Eckl und seinem Heimleitungsteam für ihre tatkräftige Unterstützung und Kooperation, unserer Stiftung mit Herrn Direktor Geisperger für die finanzielle Hilfestellung und natürlich unserer Hauswirtschaftsabteilung. Ohne ihren leckeren Reiseproviant hätten wir die Strapazen kaum durchgestanden.

Vielen herzlichen Dank!

Mein besonderer Dank gilt Herrn Blohberger, der das Bergwochenende fachkundig vorbereitet und mit viel Herzblut durchgeführt hat. Für alle Beteiligten wird es ein unvergessliches Erlebnis in den Bergen bleiben, mit Eindrücken, denen man im alltäglichen Leben viel zu selten begegnet.

Daniela Fäßler

 

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